Dies ist ein kleiner Blog über meine Fotografie. Für alle Gleichgesinnten eine Möglichkeit zur Inspiration, Information, für Denkanstöße und zum evtl. Austausch
Einheimische Blumen
Einheimische Blumen

Einheimische Blumen

Der Frühling eröffnet eine Fülle voller Farben und feiner Strukturen und gibt so auch den Startschuss in ein neues Jahr der Fotografie. Und wie fast immer starte ich mein Foto Jahr mit Blüten. In diesem Artikel zeige ich, wenn auch etwas verspätet, Fotos von meinen aktuellen Experimenten mit den einheimische Blumen bzw. deren Blüten.

Das Ziel meiner Experimente war sie nicht nur einfach in Nah- oder gar Makroaufnahmen abzulichten, sondern ihnen in den Fotos eine gewisse „Ausstrahlung“ zu verleihen. Mit dieser Idee im Kopf habe ich mal wieder versucht Bilder zu schaffen, die den Moment erlebbar machen. Dabei sollen sie im Idealfall den Betrachter in den Moment der Entstehung des jeweiligen Bildes bringen. Oder alternativ auch einfach so etwas wie eine Geschichte erzählen, die den Betrachter mitnimmt. Mit etwas Planung, einer vielleicht nicht ganz gewöhnlichen Komposition und mit überhaupt nicht gewöhnlicher Technik sind dann folgende Bilder von einheimischen Blumen entstanden.

Die Zeit der Entstehung erstreckt sich wieder über mehrere Wochen. Denn, wie der Botaniker sofort erkennt, gibt es die Märzenbecher eben nur da und jetzt nicht mehr.

Was sind einheimische Blumen?

Genau diese Frage habe ich mir erst im Nachhinein gestellt. Denn eigentlich sind sie ALLE einheimische Blumen, wenn sie nicht aus der Gärtnerei kommen. Das stimmt aber wohl nicht ganz und da ich ja nur der Fotograf bin und kein Botaniker, lass ich es dabei. Sie sind ALLE einheimische Blumen, weil sie hier wachsen. Auch kenne ich gar nicht alle Pflanzen/Blumen, die hier so wachsen und kann daher die fotografierten nur teilweise auflisten: Rose, Tulpe, Veilchen, Anemone, Scilla, Schlüsselblume, Lerchensporn und Hahnenfuß.

Die richtige Atmosphäre für einheimische Blumen

Das wichtigste ist wie immer in der Fotografie – das Licht! Wenn man draußen unterwegs ist, hat man nur wenig Einfluss darauf und daher ist es umso wichtiger darauf zu achten und sich dem anzupassen. Mit den Jahren bekommt man einen Blick für das Licht und die damit einhergehende Stimmung. Dazu braucht es aber einiges an Übung. Und so kann es durchaus nötig sein ein- und dasselbe Motiv mehrmals zu „besuchen“. So oft, bis man mit der Lichtsituation zufrieden ist oder sich damit arrangieren kann. Trotzdem kann man sich generell dazu ein paar Dinge merken:

  • Natürliches Gegenlicht: Es erzeugt Silhouetten und betont Konturen, verlangt jedoch Geduld bei der Belichtung mit evtl. Aufhellung und einen noch bewussteren Bildaufbau.
  • Diffuses Licht zu nutzen ist gerade für Anfänger bestens, da es eine gute Grundlage bildet die wenig Zuarbeit abverlangt. An bewölkten Tagen wird das Licht gleichmäßiger verteilt, wodurch feine Strukturen sichtbar bleiben und das Setting schneller gemacht ist.
  • Morgen- oder Abendlicht nutzen: Oft ist an alten Weisheiten was dran, denn zu diesen Zeiten ist das Licht gefälliger als zur Mittagszeit. Das soll aber nicht heißen, das man mittags gar nicht fotografieren kann oder soll.
  • Reflexe und Spiegelungen auf Wasseroberflächen, Blättern oder Tau verleihen einer Aufnahme eine gewisse Tiefe oder Glanz.
  • Farbtemperatur: Kalte Grüntöne kontrastieren z.B. ganz nett mit warmen Rottönen. Bei einem Weissabgleich muss man neben dem Motiv auch auf den Hintergrund achten. Das sollte man sowieso, denn das Bokeh ist für die Stimmung im Bild immens wichtig und damit auch die passenden Farben. Oft aber hilft hierbei schon ein kleiner Perspektivenwechsel und die Aufnahme in einem RAW-Format, sofern es die Kamera zulässt. Dann kann die Farbtemperatur später noch bei der Entwicklung geändert werden.

Ungewöhnliche Technik

Normalerweise verwendet man zur Fotografie von Blumen und ihren Blüten ein Makro-Objektiv, es ist dazu prädestiniert. So hat es meist den Idealen Abbildungsmaßstab von 1:1 und auch die besten optischen Eigenschaften dazu. Alternativ lassen sich auch Teleobjektive für solche Fotos Zweckentfremden. Auch hier steigt der Abbildungsmaßstab, wenn auch nicht in großem Maße aber dennoch oft ausreichend. Und so nähert man sich dann dem Motiv mit dem gewünschten Objektiv aus der gewünschten Perspektive, schaut nach dem Bildaufbau und löst aus. Ein Stativ kann besonders bei Makroaufnahmen mitunter doch recht hilfreich sein und auch ich verwende bei Bedarf gerne eins.

Nicht so bei diesen Bildern. Hier habe ich bewusst auf ein Stativ verzichtet, da ich häufig die Perspektive gewechselt habe und daneben auch noch das ruhig halten der Kamera geübt habe. Sonst habe ich explizit diese verschiedenen Objektive und Hilfsmittel verwendet:

Wie man sieht ist hier kein einziges Makro-Objektiv dabei und auch kein Tele-, sondern nur Weitwinkel-Objektive. Der Hauptgrund für dieses Experiment war für mich hier die Vorstellung von einer Nahaufnahme einer einheimische Blumen mit dem weiten Blickwinkel eines solchen Objektivs. Denn oft braucht so eine „Ausstrahlung“ auch den Raum dazu und den hat man mit einem weiteren Winkel eben eher.

Daneben sollten es wieder einmal ein komplett manuelle Objektive sein, die ich hier verwende und dann eben auch noch so alte „Charakter“ Linsen. Also alte Objektive, die mit ihren „Macken“ wenn man so will, die gewollte Atmosphäre unterstützen. Genau die haben dann für mein Experiment auch noch hervorragende Naheinstellgrenzen von unter 30, ja sogar unter 20cm.

Das besondere Etwas

Um die Stimmung in den Fotos von einheimische Blumen jetzt noch weiter zu heben ist der Bildaufbau wichtig. Wobei ich aber nur wenig Tipps dazu geben will, denn schließlich ist gerade das hier meist einfach „Gusto“. Klar empfiehlt sich die Drittelregel und auch die Blüten nicht aus der gewohnten Perspektive von oben zu fotografieren. Nur muss jeder selber wissen, ob das dann auch Zielführend ist, denn oft ist so eine Blüte halt auch nur von oben schön. Ich habe mich beim Bildaufbau in diesen Bildern den oben bereits genannten wichtigen Punkten untergeordnet, also dem Licht und der Perspektive.

Was mir aber dabei immer wieder durch den Kopf ging war die Frage, ob man die Zartheit und Schönheit einer (Rosen) Blüte noch mehr zur Geltung bringen kann. Und da fiel mir ein, dass man ein und dieselbe Blüte ja zweimal zeigen kann, in einem Bild! Und somit über zwei Perspektiven evtl. auch mehr Information, sprich „Zartheit“ und „Schönheit“ transportieren kann. Mit den Bildern dieses Experiments möchte ich den Beitrag dann schließen und hoffe ihr habt damit ein wenig Spaß.

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