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150 Jahre


ist es her seit Neu-Ulm eine Stadt geworden ist. Und so feiert man dieses Jubiläum fast das ganze Jahr hindurch mit unterschiedlichen Veranstaltungen. Ein Highlight davon war die Beleuchtung des berühmt berüchtigten Donaucenters, einem Hochhaus aus den 1970ern mit einer wuchtigen Fassade. So etwas ähnliches gab es bereits vor ein paar Jahren in der Nachbarstadt Ulm. Dort wurde zu Feierlichkeiten für teuer Geld das Münster illuminiert und das mehr schlecht als recht. (Zumindest an den zwei Abenden an denen ich dort fotografieren wollte)

Auf dieser Basis konnte es hier nur besser werden und ich nahm die Herausforderung an das Spektakel zu fotografieren. Ich wusste nicht was genau auf mich zukommen wird, hatte aber schon die leise Ahnung, das es wohl nicht dasselbe wie in Ulm werden würde. Und es wurde sehr anders. 🙂 Aber der Reihe nach.

Erstmal radelte ich bei schönem Wetter ins Städtle um die Location zu besichtigen, und einen geeigneten Platz zu finden. Auf der Straße direkt gegenüber dem Gebäude wäre wohl der beste Platz. Hier mitten im Geschehen könnte man die Sache am besten verfolgen, war mein erster Gedanke. Das dachten sich aber auch die meisten der Besucher und entsprechend groß war dort das Getümmel. OK, das war keine gute Idee, schließlich ist da abends noch mehr los und es wird definitiv keine Ruhezone um mich und mein Stativ existieren. Ich merkte auch das ich eine Kulisse benötige, um das Spektakel besser in Szene setzen zu können, und so entschloss ich mich ca. einen halben Kilometer entfernt auf der Berblinger Gedenktafel zu postieren.

Blick über die Donau zum Schwal und dahinter dem Donaucenter von Neu-Ulm.
Blick über die Donau

Dort machte ich mich bereit in der angehenden und weiter fortschreitenden Dunkelheit schöne Langzeitbelichtungen von der Illumination zu machen. Die Show begann und ich musste erschrocken feststellen das sie ganz anders war, als ich mir das Vorgestellt hatte. Die Illumination erfolgte in projizierten Bildern und Grafiken, die mit rasender Geschwindigkeit auf die Fassade geworfen wurden, sodass eine Langzeitbelichtung einfach unmöglich wurde.

Um einen Eindruck davon zu vermitteln, habe ich aus ein paar Fotos ein Gif erstellt, das die Show ein Stück weit nachstellt .

Ich musste also mit der Belichtung meiner Fotos viel kürzer treten, bekam dann zwar die Show einigermaßen gut mit hatte dafür aber von meiner gewünschten Kulisse nichts mehr, weil die einfach in der Dunkelheit unter ging. Also musste, wie so oft beim Fotografieren, die Trickkiste herhalten. 🙂

Ich machte wann immer es gerade ging (leider nur ein paar Mal) eine Langzeitbelichtung der Kulisse und montierte später in der Bearbeitung der Fotos dann die Beleuchtung darüber. Eine kontrollierte Doppelbelichtung also, die ich bei nächster Gelegenheit auch mal direkt in der Kamera testen werde. So kommen die Fotos bzw. „das Foto des Abends“ meiner Vorstellung doch schon sehr nahe.