Dies ist ein kleiner Blog über meine Fotografie. Für alle Gleichgesinnten eine Möglichkeit zur Inspiration, Information, für Denkanstöße und zum evtl. Austausch
Mit den Augsburger Fotografen durch Ulm
Mit den Augsburger Fotografen durch Ulm

Mit den Augsburger Fotografen durch Ulm

Manchmal kommen willkommene Dinge ganz unverhofft. So war es auch in der letzten Woche. Da bekam ich über den Fotoclub, in dem ich Mitglied bin, eine weitergeleitete E-Mail. In der Mail stand die Frage, ob vom Verein auch Leute bei einem Fotowalk durch die Ulmer Altstadt mitmachen wollen. Das wäre ja erstmal nichts besonderes gewesen, schließlich haben wir schon einige Fotowalks gerade durch die Altstadt gemacht. Aber diese Mail kam nicht etwa von einem Vereins-Mitglied und auch nicht von einem befreundeten Verein aus der näheren Umgebung. Nein, die Mail kam von den Augsburger Fotografen.

Es war also eine Mail von „Augsburger Fotografen“, die ich bis dahin noch überhaupt nicht kannte. Daraufhin habe ich schnell mal im Verein herum gefragt, ob die irgendjemand kennt. Und es ging nicht nur mir so, die Augsburger Fotografen waren im FCU total unbekannt. Das machte mich umso neugieriger und ich habe meine Teilnahme am Fotowalk zugesagt. Als Treffpunkt war vor dem Stadthaus angesagt und das am Freitag um 18:00 Uhr. Für mich ist das eigtl. gar keine Zeit fürs Hobby aber meine Neugier auf die Leute war da einfach stärker.

Also habe ich meine Nachmittagspflicht extrem verkürzt, verschoben was das Zeug hält und schaffte es doch noch fast pünktlich zum Treffpunkt. Dort angekommen staunte ich nicht schlecht: Vier weitere Vereinsmitglieder waren ebenfalls vor Ort und ca. genauso viele von den „AuFos“, wie sie sich selber praktischer weise abkürzen. Ebenfalls mit dabei war noch ein belgischer Fotograf, der auf einer quasi Rundreise durch Europa seinen letzten halt in Ulm machte. Den hatte einer der AuFos in seinem Hotel aufgegabelt und gleich mal spontan mit eingeladen.

Mit knurrendem Magen fotografiert sichs schlecht. Darum holte ich mir im Straßenverkauf einer bekannten Kette schnell noch einen Fischsemmel als meine erste Mahlzeit. Nach einem kurzen SmallTalk ging es dann auch schon los in Richtung Fischerviertel, schließlich kann man unterwegs noch genug „ratschen“, wie wir Schwaben gern sagen. Dabei stellte ich fest, das die Fischsemmel immer kleiner werden – Shrinkflation lässt auch hier grüßen!

Und wer sind jetzt die AuFos?

Während wir also durch die Altstadt und das Fischerviertel hinab ans Donauufer schlenderten, suchte ich das Gespräch mit dem Anführer der Augsburger Fotografen, um mehr von ihm und seiner Truppe zu erfahren. Dabei kam heraus das er nicht nur in Ulm, sondern zusätzlich auch noch im Fotoclub „Wurzeln“ hat. Denn sein Großvater war vor vielen Jahren als gebürtiger Ulmer der Kassierer vom Verein. Na das nenn ich mal Zufall! Fast, denn auf die Frage wie er denn gerade mit seinem Vorhaben auf den Ulmer Verein kam, meinte er das er mal wieder nach „seinen Wurzeln schauen“ wollte. Und nach einem Besuch der Vereins-Homepage war er dann animiert, sozusagen, Leute von da auch einzuladen.

Eine Frage der Organisation

In den weiteren Gespräche wechselten die Partner, schließlich will man sich ja gegenseitig kennenlernen. Dabei blieben die Gespräche recht vielfältig und interessant. Es stellte sich dann auch heraus, das die AuFos überhaupt kein Verein sind. Sondern sie sind ein lockerer Haufen von Fotografie Begeisterten aus dem Raum um Augsburg. Sie treffen sich so ca. alle 4 Wochen z.B. zu einem Walk durch eine andere Stadt, die der Anführer sich ausgesucht hat, weil es ihn in irgendeiner Weise dahin zieht. Wer dann ebenfalls Lust dazu hat schließt sich ihm einfach an.

Wow. Und das funktioniert so schon seit knapp 10 Jahren ganz wunderbar, mit zunehmender Teilnehmerzahl. Man muss auch dazu sagen, das diese Fotowalks auch mal auf zwei Tage angelegt sein können. Also, was man am einen Tag nicht schafft, das kann man dann locker noch am nächsten Tag erledigen. Das empfinde ich prinzipiell als eine gute Sache, denn es nimmt den Druck aus dem Kessel hier auf die Schnelle tolle Fotos zu schießen. Und genau so war es auch für Ulm gedacht, wie ich im weiteren Gespräch erfuhr.

Einzig das Wetter machte noch nicht so ganz mit und der Regen zwang uns an diesem Abend dazu relativ bald in das Wirtshaus „Krone“ einzukehren. Im Trockenen wurde es dann bei Speis und Trank gesellig und die Gespräche nahmen schnell Fahrt auf. Dabei war ein großes, interessantes Thema die Analogfotografie. Einige der AuFos haben noch heute oder auch wieder analoge Kameras und entwickeln ihre Filme selbst. Auch haben sie wieder so etwas wie ein Fachgeschäft, wo man div. Filme kaufen und nach Wunsch entwickeln lassen kann. Gegen Abend dann entschieden sich die Augsburger Fotografen noch unbedingt ein paar Aufnahmen vom Sonnenuntergang machen zu wollen und wir beendeten diesen gemeinsamen Abend mit einer erneuten Verabredung.

Die Augsburger Fotografen gleich nochmal

Am Samstag kam es gleich zur nächsten freudigen Überraschung. Es waren noch ein paar weitere der Augsburger Fotografen und ein weiterer Fotograf vom Verein dazugestossen und die Gruppe wurde somit grösser. Sie waren wohl schon am Vormittag unterwegs durch die City und als ich dann Nachmittags dazu kam, waren sie bereits wieder versammelt zu einem (Eis) Kaffee. Gleich gingen die Gespräche weiter über alles denkbare in der Fotografie und wie man das ein oder andere (nicht) anstellt. Schließlich wollten noch ein paar der neu dazugekommenen den Münster von innen sehen und danach weiter die Stadt erkunden. Zu zweit schlossen wir uns der Truppe an und machten ein paar Fotos vom Münster im Inneren.

Danach verabschiedeten sich die meisten der AuFos und wir führten den Rest der Truppe durch ein paar weitere fotogene „Sehenswürdigkeiten“ der Stadt. Über den Münsterplatz ging es nach Norden in das Hafenbad. Dabei haben wir den Besuchern ein paar der vielen Gassen in der Ulmer „City“ gezeigt, um dann schließlich in den Seelengraben einzubiegen. Hier hatte ich angekündigt, gibt es etwas das der Augsburger „Fuggerei“ ähnlich ist.

Natürlich fanden die kleinen schmucken Häuschen, auf der Stadtmauer gebaut, sofort Anklang. Und wir flanierten weiter über das „Zundeltor“ zum Ulmer Zeughaus. Darauf am Amtsgericht vorbei, einmal über die Straße zur Donau und mit einem Abstecher im Rosengarten schließlich zurück in die Altstadt. Dort verabschiedeten wir uns nach einem weiteren längeren Gesprächauf dem Marktplatz und stellten fest, das es doch schon bald 20:00 Uhr ist.

Am Ende der Führung

Wie schnell doch auch die Zeit vergehen kann ist immer wieder unglaublich aber es war während der Tour wie ein kleiner Urlaub. Die Gespräche waren interessant, vielfältig und auch inspirierend. Dabei war auch das Wetter war nahezu perfekt, im Gegensatz zum Vortag. Die Sonne machte schön warm und ein kräftiger Wind brachte mit seinen Böen die nötige Abkühlung. Alles in Allem hatten wir da eine tolle Zeit.

Außerdem verabredeten wir uns mit den AuFos zu einem nächsten Treffen diesmal aber in Augsburg. Nur wann und wie genau ist bis jetzt noch offen. Aber ich bin da guter Dinge und jetzt schon richtig gespannt darauf, das sich hierzu schon bald weiteres tut!

Die Tatsache mit der analogen Fotografie bei den AuFos hat mich weiter angesteckt meinen analog-digitalen Weg zu gehen. Und so habe ich natürlich sofort wieder ein altes, ja richtig altes, manuelles Objektiv auf die Kamera geschraubt und die obigen Fotos geschossen. Damit ist es immer wieder eine kleine Herausforderung zu fotografieren aber die Ergebnisse überzeugen mich auch immer mehr. Mal sehen wie es dann nächstes mal in Augsburg aussieht.

Loading