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Durch die Linse

Linsen Schwurbel

Zur Feier seines 50 jährigen Bestehens sollten vier Fotografen den Landkreis Neu-Ulm mit ihrer Kreativität durch die Linse betrachten. Oder genauer gesagt, mit ihrem fotografischen Blick durch den Kreis streifen und einmalige Fotografien erstellen. Folglich sollten die Motive den Landkreis identifizieren und es sollten aus Kosten- und Platzgründen pro Fotograf max. 12 Bilder werden. Diese Bilder würden dann die Räume im Museum für bildende Kunst in vier Einzelausstellungen schmücken.

(offizieller Flyer)

Auch ich wurde dazu eingeladen und es kam zum „Auftakt“ Treffen mit Besprechung der ganzen Aktion. Dort stellte sich heraus das wir eine Fotografin unter uns haben, die sich bereits fest der Makro Fotografie verschrieben hat. Außerdem verkündete im Verlauf der Besprechung noch ein befreundeter Fotograf, dass er bereits den Landkreis überflogen hat und Bilder „von oben“ präsentieren will.

Damit hatte ich zwei weitere Abgrenzungen, denn um diese Genres brauchte ich mich nicht mehr zu kümmern. Jetzt fehlte nur noch die wichtigste Information, nämlich die Zeit. Wir bekamen schließlich ein halbes Jahr um uns was zu überlegen und die fertigen Bilder zu präsentieren. Zuerst dachte ich, das ist genug aber dieses halbe Jahr sollte doch viel schneller vergehen.

Die Bilder in diesem Beitrag sind in Zusammenhang mit der Aktion entstanden. Die einen als Studie und andere die es nach meiner Auswahl nicht in die Ausstellung geschafft haben.

Planung

Ich machte mich also an die Überlegungen und hatte schnell auch den „fixen“ Gedanken, dass ich alle Fotos von da an mit einem 50 Jahre alten Objektiv machen werde. Schließlich hab ich ja eh vor mich weiter mit Altglas zu befassen. Aber da war die Sache mit dem Auflagemaß noch nicht geklärt und so starb diese Idee wieder fast so schnell wie sie aufkam. Also überlegte ich weiter wie ich das jetzt umsetzen will, kreativ, auf meine Art. Oder ganz einfach gesagt:

„Wie zeige ich meine Heimat?“ oder besser „Dau bin i dahoim!“

Gar keine so leichte Aufgabe, wie sich mit der Zeit herausstellte. Aber weil meine Fotografie immer auch ein Experiment ist, hatte ich schnell ein paar Ideen. Ruckzuck waren es dann aber zu viele Ideen und ich hatte damit zu tun sie zu sortieren und wieder zu reduzieren. Ein Konzept könnte mir helfen meine wilden Gedanken zu ordnen und die Aufgabe zu strukturieren. Dazu musste ich mir öfter Dinge aus dem Kopf schlagen und auch die noch frischen Konzepte wieder verwerfen. Das dauerte zwar erst eine Weile, ging dann aber doch erstaunlich gut.

Durch die Linse – nur was?

Dafür hat sich die Motivwahl mit fortschreitender Zeit als immer komplizierter herausgestellt. Nicht etwa weil mir die Zeit davonlaufen würde, sondern eher weil meine Ansprüche mit der Zeit gestiegen sind. Auch hab ich mich recht lange in den unterschiedlichen Konzepten verstrickt, anstatt Motive zu suchen. Wohl gemerkt – 12 Bilder maximal. Schließlich habe ich dann das finale Konzept meiner „kreativen Reportage“ während des gesamten Prozesses entwickelt. Es entstand sozusagen aus dem Aufgeben der anderen Konzepte. Abschließend habe ich dann für die Ausstellung aus allen Ansätzen die am besten geeigneten Bilder gewählt. Daraus wurde dann meine

„Reise zu interessanten Stellen und Plätzen quer durch den ländlich geprägten Landkreis mit voranschreitender Urbanisierung.“

Jetzt am 14. Juli eröffnet die Ausstellung mit einer kleinen Vernissage und steht dann bis Ende September der Öffentlichkeit zur Schau. Dabei bin ich schon sehr gespannt ob und wie denn meine Kunscht bei den dortigen Besuchern ankommt. Schließlich erwarten meine Bilder dort ein anderes Publikum wie hier auf meinem Foto Blog. Jedenfalls hoffe ich auf viele Besucher in der Ausstellung und auch hier.

Durch die Linse ein schwurbel.
Schwurbel